Frauen sollen die Krisen managen

von Klaus Koch

Klaus Koch

Als die CDU durch Kohls Spendenaffäre schwer angeschlagen war, kam: Angela Merkel. Als David Cameron Großbritannien mit dem Brexit-Votum in die Krise stürzte, kam: Theresa May. Und nun, nachdem eine Reihe von Männern bei der SPD den Karren so richtig in den Dreck gezogen hat, kommt: Andrea Nahles. Merkwürdig, dass das angeblich starke Geschlecht vor allem dann, wenn die Lage aussichtslos ist, die Machtpositionen räumt und Frauen nach oben durchwinkt. Die „Süddeutsche Zeitung“ hat einen treffenden Begriff für diese Art weiblicher Krisenmanagerinnen gefunden: Trümmerfrauen.

In Großbritannien beschäftigen sich schon Wissenschaftler mit diesem Phänomen. Sie glauben, dass Frauen wegen ihrer mütterlichen Art, ihrer Intuition und ihrer Kreativität mit unzufriedenen Mitarbeitern besser zurechtkommen. Nun sind das nicht die naheliegenden Begriffe, um die Fähigkeiten Merkels zu beurteilen. 1999, als Merkel Kohl abräumte, glaubten politische Beobachter, die CDU-Männer ließen sie nur die Dreckarbeit machen, um dann wieder selbst das Ruder zu übernehmen. Wenn dem so war, war das eine grandiose Fehleinschätzung.

Nach allem, was man aus Großbritannien hört, könnte dort eine solche machtpolitische Männerfantasie aufgehen. Mays politisches Ende scheint nah. Bei Nahles ist diese Frage noch offen. Aber einer ihrer ersten Auftritte als Fraktionsvorsitzende ging schon mal schief. „In die Fresse“ gebe es zukünftig für ihre ehemaligen CDU-Kabinettskollegen. Das war erkennbar als Scherz gemeint. Aber es ist ein misslungener Anfang für eine Fraktionsvorsitzende in einem Bundestag, der sich wie kein anderer in den vergangenen Jahrzehnten um seine demokratische Streitkultur sorgen muss.

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